Naturkindergarten Gernlinden

Heimat der "Frechen Füchse"

   Mar 08

Bewegung – das Tor zum Leben

Kinder wollen sich bewegen, alles Lebendige ist in Bewegung.

Im Kleinkindalter nimmt die Synapsenbildung des Gehirns, d.h. die Vermehrung der Kontaktstellen zwischen zwei Nervenzellen oder einer Nerven- mit einer Muskel- oder Drüsenzelle, durch Bewegung einen günstigeren Verlauf als bei stillgehaltenen Kindern. Wir brauchen Bewegungen, um unsere Gedanken zu ankern und die Fähigkeiten auszubilden, mit denen wir unser Leben lang unser Wissen zum Ausdruck bringen.

Im Muskelgedächtnis unseres Körpers ist die Kenntnis von Bewegungsabläufen eingeprägt (sitzen, stehen, laufen, Raumbewusstsein. . .). Durch Bewegung bringen wir auf unserem Gesicht Freude, Trauer, Zorn und Liebe zum Ausdruck und setzen Gedanken und Emotionen in Wort und Tat um.
Bei jeder Bewegung kommt es zu einer Aktivierung des Gehirns und damit öffnet sich der Weg zum Lernen von selbst.

Bewegung ist nicht nur für die Entwicklung des Gehirns wichtig, sondern auch für eine entsprechende Entwicklung des Herzens, der Lunge und anderer Körperorgane, damit die Gehirnfunktionen unterstützt werden können. Auch wird der passive Bewegungsapparat der Knochen, Bänder und Sehnen gestärkt und Unfälle vermindert. 1)

Durch die Vielfalt der Bewegungsmöglichkeiten im Naturkindergarten wird diese Entwicklung begünstigt. Kinder haben Freude am Laufen, Springen, Klettern, Hüpfen. Sie lernen dabei ihren Körper, ihr Gleichgewicht, ihre Empfindungen und ihre Grenzen kennen. Draußen in der Natur sind die Impulse, sich koordiniert bewegen zu wollen, groß.

Umgefallene Baumstämme laden ein zum Klettern und Balancieren, Büsche zum Verstecken, Hänge zum Robben, Tiere zum Nachahmen etc. Der vielfältige Bewegungswechsel fördert den Körper zu mehr Ausdauer und Kraft und schult die Geschicklichkeit. Je mehr Möglichkeiten Kinder zum Bewegen haben, desto größer ist ihr Lernvermögen und desto ausgeglichener ihre Psyche.

1) GNU – Rudolf Hettich, Waldpädagogik 2007/08