Felix sitzt auf dem Po auf den Versen und türmt Reisig, Erde und Fichtennadeln zu einem Haufen von der Größe eines Medizinballes; ein Turm zu Babel mit Terrassen und einer großen Eingangsrampe aus Rinde. "Das ist ein Marienkäferhaufen", sagt Felix.
In der letzten Woche hatten die Kinder noch Besuch vom Förster, der ihnen unter anderem die Wohn- und Arbeitsweise der Ameisen erklärt hat. Doch Ameisen sind nicht die Freunde von Felix. "Die beißen." Deswegen darf sein Bau, auch wenn er so aussieht, nicht für Ameisen bestimmt sein.
Lisa Deichl ist 43 Jahre alt und Erzieherin. Früher war sie in der Montessori-Kindergruppe in Dachau beschäftigt. Sie macht sich zu jedem Tag zwar Gedanken, was die Kinder unternehmen könnten, letztlich bestimmt aber die Situation, was gemacht wird. Heute zum Beispiel war ein Spaziergang zum Bach geplant. "Die letzten Tage waren aber sehr temperamentvoll. Die Kinder sind müde." Pfützen haben sie gestern leer gesprungen, ein Heidenspaß sei das gewesen. "Und das ist schließlich das oberste Prinzip", sagt Lisa Deichl, "dass es Spaß machen muss." Die Kinder haben gestern auch nicht alle Pfützen leer gesprungen, manche haben sie mit Blättern und Blüten verschönt.
Der vierjährige Felix bekommt Unterstützung vom gleichaltrigen Jannik. Es geht um Restarbeiten an der Fassade und Landeplätze auf dem Dach. Schließlich bohrt Jannik einen Stock mit abgebrochener Gabel in den Haufen. "Das ist der Töterhaken für die Ameisen", sagt er. Natalie tritt ins Wohnzimmer und serviert eine Baumstammscheibe mit Grün - "Salat in Süßkirschen".